Testautomatisierung

World Domination Part 2: Das war die 10. Selenium Conference 2015

Nach Teil 1 ist nun die Planung für „World Domination Part 2“ im vollen Gange. So oder so ähnlich lässt sich die Stimmung der 10. Selenium Conference zusammenfassen, die Anfang September in Portland erfolgreich über die Bühne gegangen ist und an der ich dieses Jahr erstmals teilnehmen durfte. Gerne möchte ich meine Eindrücke mit Ihnen teilen.

World Domination_Selenium Konferenz

Das war die Selenium Conference

Was mit „World Domination Part 2“ genau gemeint ist erklärt Jason Huggings in einer abschließenden Keynote folgendermaßen:

Teil 1 der World Domination Pläne von Selenium – nämlich, dass jeder Browserhersteller das WebDriver Protokoll implementiert und unterstützt – ist erreicht oder zumindest am besten Weg in naher Zukunft erreicht zu werden (siehe z.B. Microsoft mit Edge, Mozilla mit Marionett – aber auch Hersteller Mobiler Geräte wie BlackBerry). Die größeren Herausforderungen für die Zukunft von Selenium sieht Jason Huggings daher vielmehr im Bereich von Wearables oder hochintegrierten Systemen wie Autosteuerungen. Hier gibt es aktuell noch keinen wirklich praxistauglichen Lösungsansatz und es stellt sich die Frage, ob und vor allem wie diese Herausforderungen durch das Selenium Projekt gelöst werden können. Klares Ziel von Jason Huggings und Selenium ist jedenfalls:

„Every manufacturer of anything implements the WebDriver API“

oder auch der scherzhaft mit dem Arbeitstitel „*Driver“ (StarDriver) benannten Nachfolger des WebDriver Protokolls.

Aber auch abseits dieser langfristigen Ziele („Selenium 3 will come some day“) gab es eine Vielzahl interessanter und innovativer Themen. Stark im Vordergrund stand dabei wie auch im Jahr zuvor das PageObject Pattern, welches bereits in diversesten Frameworks und Sprache implementiert ist und dadurch die Wartbarkeit von Automatisierungslösungen stark verbessert.

Des Weiteren zeigten auch zahlreiche Praxisberichte von namhaften Unternehmen (Facebook, Expedia, …), dass Testautomatisierung kein Nischenthema mehr ist. Vielmehr ist es ein zentraler Aspekt, der die rasante Entwicklung und immer kürzer werdenden Releasezyklen überhaupt erst ermöglicht.

 

Nachwuchs für das Selenium Projekt

Bereits vor dem eigentlichen Start der Selenium Conference gab es die Möglichkeit an vier ganztägigen Workshops zu den Themen Selenium Grid (mit Luke Inman-Semerau, Dima Kovalenko und Marcus Merrell), Mobile Automatisierung mit Appium (mit Siva Anna und Jonathan Lipps), Getting Started mit Selenium (mit Dave Haeffner und Andrew Krug) sowie „Fix a Bug, Become a Committer“ (mit Jim Evans und Santiago Suarez Ordoñez) teilzunehmen.

Besonders interessant war hier die Möglichkeit mit Core-Commitern wie Jim Evans oder Santiago Suarez die Details und Eigenheiten (z.B. das speziell dafür entwickelte Build System „crazyfun“) von Selenium kennenzulernen und zu erfahren, wie man das Projekt am besten unterstützen kann. Eine sehr wichtige Aktion wenn man bedenkt, dass Selenium primär von freiwilligen Personen weiterentwickelt und gewartet wird und auch hier geeigneter Nachwuchs nur schwer zu finden ist.

 

Fazit

Alles in Allem war die Selenium Conference also eine sehr gelungene Konferenz mit einer ausgewogenen Mischung aus Theorie- und Praxisberichten und eine der wenigen Möglichkeiten tatsächlich über neue Entwicklungen im Selenium Projekt auf dem Laufenden zu bleiben.

Der einzige negative Aspekt ist, dass nun noch einige Monate Wartezeit bis zur 11. Selenium Conference 2016 überbrückt werden müssen ;-).

P.S. Die Vorträge der Konferenz wurden aufgezeichnet und Interessierte können sie sich auf Youtube ansehen: http://youtu.be/bKUlyMaKz8Y?list=PLRdSclUtJDYXehIM7SyQyIghLDmE015Gc

 

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