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Testdatenmanagement – Der richtige Input für Ihre Tests!

Testdatenmanagement, oder kurz TDM, ist eine Disziplin im Bereich Software Test und Qualitätssicherung. Was genau sich hinter diesem Begriff verbirgt, was TDM in der Praxis bedeutet und wie TDM sinnvoll eingesetzt werden kann, möchte ich in diesem Artikel in einem kurzen Überblick darstellen.

Testdatenmanagement

Wer sich im Zuge von Software-Testaktivitäten bezüglich Testdaten mit Begriffen wie Anonymisierung, Vervielfältigung, Archivierung, Versionierung, Löschung, Wiederherstellung, Platzbedarf, Vollständigkeit oder  Korrektheit konfrontiert sieht, sollte jetzt weiterlesen.

Lesen Sie aber auch ganz besonders dann weiter, wenn Sie sich in Ihrem IT-Projekt noch nicht explizit mit TDM oder den zuvor genannten Schlagwörtern auseinandergesetzt haben. Denn dann sind Sie bestens über weitere Überlegungen und Schritte in diesem Bereich informiert.

 

Die Herausforderung

Im Rahmen von Testaktivitäten während der Softwareentwicklung werden sich Projektmitarbeiter- und Verantwortliche eher früher als später mit einer Anforderung konfrontiert sehen: Daten für die Testausführung werden benötigt. Spätestens dann tauchen Fragen auf.

Testdatenmanagement - FragezeichenFragen wie:

„Woher kommen die Daten die wir für unseren Test benötigen?“

„Wie muss die Beschaffenheit dieser Daten sein, damit wir alle Geschäftsfälle korrekt testen können?“

„Wie lange sind diese Daten für unseren Test gültig?“

„Können wir Echtdaten eins zu eins in den Test übernehmen?“

Fragen, die in den meisten Fällen nicht so einfach zu beantworten sind, für die aber geeignete Antworten gefunden werden müssen um einen effizienten und aussagekräftigen Testablauf zu ermöglichen. Fragen, die möglichst schon zu Beginn der Testentwicklung behandelt werden sollen um den Testdatenpool gemeinsam mit Anzahl und Komplexität der Testfälle wachsen zu lassen. Fragen, die oft in interdisziplinären Meetings aus Fachbereich, Entwicklung, Test und Service-Administration beantwortet werden müssen.

Im Projekt bedeutet dies unter anderem das Erstellen eines Testdatenkonzeptes, eine Prüfung der Testdaten auf Korrektheit und Vollständigkeit, die Etablierung eines Prozesses zum Erstellen von generischen Testdaten oder zur Migration von Echtdaten in eine Testumgebung.

 

Automatisierung und Testdatenmanagement? … Ja!

Wenn schon zu Beginn der Testaktivitäten auf eine gesicherte Testdatenbasis durch TDM zurückgegriffen werden kann, erleichtert dies den Einstieg in die Testautomatisierung enorm.

Besonders in agilen Projekten mit kurzen Entwicklungszyklen und vielen Testwiederholungen wird heutzutage vermehrt auf Automatisierung gesetzt. Denn Automatisierung ist dann gut einsetzbar, wenn die Umgebungsparameter ausreichend stabil sind oder Tests oft wiederholt werden.

Häufig wird hier vor allem an die Verfügbarkeit der Testumgebung oder die Stabilität des Codes gedacht. Zu beachten ist aber auch der schnellere Anstieg von Bedarf und Verbrauch von Testdaten bei sich oft wiederholenden Tests. Denken Sie zum Beispiel an ein Dokument welches durch Kategorisierung in der Inbox eines Sachbearbeiters landen soll, im Test aber mehrere Dokumente für mehrere Inboxen benötigt werden.

Ein weiteres Problem kann bei Testumgebungen auftreten, welche von mehreren Testern oder Automatisierungslösungen aus verschiedenen Projekten genutzt werden. Hier gilt es, die Exklusivität der Testdaten für den jeweiligen Testlauf sicherzustellen und so die konkurrierende Verwendung von Testdaten zu vermeiden.

Wichtig ist daher die Stabilität und Zuverlässigkeit der zur Verfügung stehenden Testdaten und damit des Testdatenmanagements. Besonders gegen Ende eines Entwicklungsprojektes werden die manuellen und automatisierten Tests noch oft um Last- und/oder Performance Tests erweitert. Speziell beim Lasttest steigt der Bedarf an Testdaten nochmal enorm an weil viele Benutzerkonten parallel in einem System arbeiten.

Hier kann ein früh aufgesetztes, dynamisches TDM mit einem organisch gewachsenen Testdatenpool seine gesamten Stärken ausspielen, somit die Aussagekraft der durchgeführten Tests steigern und in weiterer Folge dazu beitragen, die Gesamtqualität eines Softwareproduktes zu erhöhen.

 

Antworten!

Natürlich gibt es zu diesen Problemstellungen Lösungsansätze und Best-Practices aus branchenanerkannten Werkzeugsätzen wie ITIL, ISTQB oder iSQI. In einer Publikation des ASQF wurden zum Beispiel folgende sieben Prozessschritte in AnlTestdatenmanagement - Werkzeugeehnung an den ISTQB Testprozess herausgearbeitet:

  1. Planung
  2. Steuerung
  3. Testdaten spezifizieren
  4. Testdatenerzeugung konzipieren
  5. Testdaten bereitstellen
  6. Testdatenabschlussbericht erstellen
  7. Testdaten archivieren

Anhand dieser Auflistung lässt sich bereits erkennen, dass die Erarbeitung und Implementierung eines gut funktionierenden und maßgeschneiderten Testdatenmanagement einiges an Ressourcen beansprucht. Daher sollte TDM unbedingt in der gesamten Projektplanung berücksichtigt werden.

 

Der Nutzen

Sie sehen, wer sich im Rahmen eines IT-(Entwicklungs) Projektes frühzeitig mit dem Thema Testdatenmanagement auseinandersetzt, wird nicht erst am Ende dafür belohnt. TDM unterstützt bei der kontinuierlichen Ausführung von manuellen und automatisierten Tests, sorgt für einen korrekten Input und ermöglicht somit eine hervorragende Analysierbarkeit der Testergebnisse. Daraus lassen sich wiederum Korrekturmaßnahmen für die Entwicklung, den Test und das Testdatenmanagement ableiten, womit der gesamte Prozess an Wert gewinnt.

 

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