Agile / Projektmanagement

Product Owner: Und wie Trendlinien diesem helfen können!

Projektauftraggeber und Stakeholder stellen oft Fragen nach dem Fortschritt in Teams. Aussagekräftige Antworten sind oft nicht leicht zu finden. Es gibt sie aber und Trendlinien sind ein bewährtes Hilfsmittel um die Antworten plausibel zu gestalten.

Product Owner_Trendlinien

Antworten auf die folgenden Fragen möchte ich im Detail betrachten:

  1. „Wann bekomme ich Feature A, B und C?“
  2. „Welche Features bekomme ich noch vor Weihnachten?“
  3. „Kann ich Feature A, B und C noch vor Weihnachten bekommen?“

In einem Projekt, das nach einer nicht agilen Methode geplant wurde, waren die Fragen recht schnell beantwortet. Ein Blick in den „aktuellen“ Projektplan hat genügt. Zwar waren die Antworten meist nicht viel wert, da sich bis zum erfragten Zeitpunkt meist schon alles geändert hatte, aber geantwortet wurde trotzdem.

Im agilen Umfeld werden die Fragen natürlich auch gestellt und auch Antworten werden recht rasch gefunden, aber meist sind diese den fragenden Personen nicht aussagekräftig genug. Mit der Trendlinien Methodik lassen sich diese einfach und plausibel verständlich machen.

Frage 1 – nach dem Termin

In Frage 1 wird nach einem Termin gefragt, denn der Scope wurde ja implizit mit der Frage fixiert. Die folgende Grafik zeigt auf der Y-Achse die Anzahl der fertigen Stories und auf der X-Achse den Zeitfortschritt in einem Sprint. Die grüne Linie zeigt die optimistische Schätzung der Velocity und die rote Linie die pessimistische. Die aktuelle Velocity wird durch die schwarze Linie dargestellt. Fixiere ich nun den Scope mit der Frage nach 3 Features, dann ergibt sich ein Zeitraum, wann diese erwartungsgemäß fertiggestellt sein werden – gekennzeichnet durch den dicken grauen Balken.

Nutshell_Product Owner_1

Frage 2 – nach dem Scope

In Frage 2 ist es genau anders herum. Der Termin wurde fixiert und es wurde nach dem Scope gefragt. Die Notation der Zeichnung ist die gleiche wie bei der Abbildung oben. Man sieht allerdings, dass sich hier eine Differenz in der Anzahl der Features ergibt, da der Termin fixiert wurde.

Nutshell _Product Owner_2

Frage 3 – nach Termin und Scope

Die Antwort auf Frage 3 ist nicht ganz so einfach zu beantworten, weil sowohl der Scope als auch der Termin fixiert wurde. Leider ist es aber die am häufigsten gestellte Frage, meist vom Senior Management, das rasche und präzise Antworten fordert.

Die Abbildung ist wiederum die gleiche wie oben, allerdings bedarf es einer etwas detaillierten Erklärung. Das x markiert die einfache Antwort: Die gewünschten Features werden zum gewünschten Termin nicht fertig! Damit wird sich das Management nicht zufrieden geben! Handlungsalternativen sollten genannt werden. Hier gibt es nun mehrere Alternativen, die angeboten werden können:

  • Der Scope wird reduziert, bis der Termin gehalten wird oder
  • Der Termin wird in die Zukunft verschoben, bis man eine ausreichende Wahrscheinlichkeit erreicht, dass der Scope auch geliefert werden kann.

Nutshell_Product Owner_3

Erklärend ist aber zu erwähnen, dass die erste Option mit Sicherheit die bessere Option ist, da es in diesem Fall noch immer dazu kommen kann, dass mehr Features geliefert werden können als zum jetzigen Zeitpunkt vorausgesagt wird. Wählt man die zweite Option, dann muss klar gemacht werden, dass es auch hier zu Veränderungen kommen und es somit passieren kann, dass weniger Features geliefert werden als zum jetzigen Zeitpunkt vorausgesagt werden kann. Im ersten Fall kann man dann noch immer reagieren und den Termin verschieben, im zweiten Fall gibt es hingegen keinen Handlungsspielraum, denn in der Zeit rückwärts zu reisen funktioniert einfach „noch“ nicht.

Alles in allem ermöglicht diese Methodik Antworten zu liefern, die einfach belegbar und erklärbar sind. Vor allem aber sind sie mithilfe von modernen Entwicklungskooperationstools auf Knopfdruck zu erstellen. Wann immer Auftraggeber, das Management oder andere Stakeholder danach fragen, haben Sie als Product Owner alles griffbereit!

Als Basis für diesen Blogeintrag habe ich mich einiger Erläuterung von Henrik Kniberg bedient. Im Speziellen aus seinem bekannten YouTube Video – Agile Product Management in a Nutshell.

 

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