DevOps / Veranstaltungen

Rückblick auf das 24. ANECON Expertenfrühstück: Die Geburt des ANECON DevOps Ansatzes

Das Thema DevOps ist zurzeit in aller Munde. Wie bei jeder neuen Bewegung, gibt es unterschiedliche Ansichten und Einschätzungen – besonders erschwerend: Es gibt keine klare Definition, was DevOps sein soll. Beim ANECON Expertenfrühstück am 18. Oktober in der Wiener Albert Hall habe ich eine einheitliche Definition vorangestellt, um eine Gesprächsgrundlage zu schaffen. Dabei durften Erfahrungen aus der Praxis nicht fehlen. Des Weiteren haben wir konkrete Umsetzungen in verschiedenen Teilaspekten der DevOps-Wertschöpfungskette vorgestellt. Zum Schluss gab es für ANECON noch etwas zu feiern: die Geburt des ANECON DevOps Ansatzes, den ANECON Automation Approach. Einleitend haben wir einen kurzen Videozusammenschnitt für Sie zusammengestellt:

 

Warum fällt die Definition von DevOps so schwer?

Um zu verstehen, warum es keine einheitliche DevOps-Definition gibt, hilft ein Blick in die Geschichte: Als Geburtsstunde des Kunstwortes DevOps wird die Konferenz devopsdays in Ghent, Belgien, im Oktober 2009 angesehen. Diese, von Patrick Debois gegründete, Plattform eroberte danach die Welt (devopsdays gibt es auch heute noch über die ganze Welt verstreut) und die virtuellen Weiten des Internets. Die Kommunikation rund um devopsdays wurde zu DevOps, nachdem der Hashtag #devopsdays wohl zu lang war – jedenfalls für Twitter (140 Zeichen).

Von Anfang an war die Bewegung DevOps in Konferenzen und im Internet organisiert – von Beginn an waren es Fachexperten, welche ihr Wissen und ihre Erfahrung anderen Experten zur Verfügung stellten. DevOps ist also eine offene und dezentrale Bewegung von Experten für Experten, die auf Erfahrung basiert. Das ist der Grund, warum es keinen klaren und einheitlichen Standard gibt, der besagt das ist DevOps und das macht DevOps aus.

 

Die ANECON DevOps-Philosopie

Das macht die Kommunikation rund um DevOps nicht einfacher. Deswegen haben wir von ANECON eine DevOps-Philosophie entwickelt: Sie fasst die Grundgedanken, die Motivation und die Kernwerte der DevOps-Bewegung zusammen. Dabei handelt es sich nicht um eine Sammlung der unterschiedlichen Erfahrungen, Ansätze und Methoden rund um DevOps. Schon gar nicht geht es um eine konkrete Umsetzung – nein, dies würde dem DevOps-Grundgedanken widersprechen. Vielmehr geht es um eine universelle Philosophie, die allen DevOps-Diskussionen und -Umsetzungen zugrunde liegt und alle DevOps-Initiativen miteinander verbindet. Diese Philosophie haben wir in Worte gefasst. Sie besteht aus vier Elementen: Ziele, Prinzipien, Zusammenarbeit und Kernwerte.

Der ANECON DevOps-Philosophie folgend, besteht DevOps aus vier Elementen: Ziele, Prinzipien, Zusammenarbeit und Kernwerte.

Der ANECON DevOps-Philosophie folgend, besteht DevOps aus vier Elementen: Ziele, Prinzipien, Zusammenarbeit und Kernwerte.

 

Die magischen 11,6 Sekunden

Man darf sich bei den Zielen von DevOps nicht von oftmals utopisch klingenden Geschwindigkeitszahlen verunsichern lassen. Haben Sie schon einmal von den 11,6 Sekunden gehört, welche Amazon als durchschnittliche Deployment-Frequenz angibt? Wahrscheinlich schon: Diese Zahl wird in fast allen DevOps-Vorträgen, Büchern und Artikeln als das ultimative Ziel und als das leuchtende DevOps-Beispiel beschrieben. Obwohl sehr beeindruckend, ist jedoch nicht die Geschwindigkeit das Herausragende. Es ist die Selbstverständlichkeit mit der sich Amazon zutraut, in einer solch hohen Frequenz zu deployen. Amazon hat ein unerschütterliches Grundvertrauen in seine Qualitätssicherung, sodass Bugfixes und neue Features schnell in Produktion gehen können. Genau darum geht es bei DevOps: Dann deployen zu können, wenn es notwendig ist –  egal, ob während der stressigsten Business-Stunden oder während der Weihnachtszeit, unabhängig davon ob gerade ein Jahresabschluss gemacht wird oder gerade die Nachfrage am Kundenportal am höchsten ist.

 

„Mit DevOps bekommen Sie Geschwindigkeit und Qualität
und schlussendlich Sicherheit und Vertrauen zu deployen
wenn es wichtig ist.“
Gregor Habinger

 

Kultur als DevOps-Basis

In meinem Vortrag ging ich auf die wichtigen Aspekte, aus denen DevOps besteht, ein – beispielsweise Zusammenarbeit, Automatisierung oder Feedback-Schleifen. Dabei hob ich hervor, dass es bei DevOps immer um die Kultur geht. Bevor also irgendwelche Zusammenarbeitsmodelle oder Tools erarbeitet werden, muss eine gemeinsame Kultur etabliert werden. Folgende Fragestellungen sollten Sie im Vorfeld unbedingt abklären: Was versteht man unter DevOps, was möchte man erreichen? Welche Prinzipien sollen für die eigene DevOps-Umsetzung gelten? Welche Kernwerte sollen umgesetzt werden?

Gregor Habinger, Leiter Software Practices & Processes, ANECON, stellt die ANECON DevOps Philosophie vor, angereichert mit spannenden Praxisbeispielen.

Gregor Habinger, Leiter Software Practices & Processes, ANECON, stellt die ANECON DevOps Philosophie vor, angereichert mit spannenden Praxisbeispielen.

 

DevOps in der Praxis – das Projekt Testing 360° bei A1 Telekom Austria

Nach einer kurzen Pause stellte Markus Mazanec, Head of IT Delivery bei A1 Telekom Austria, die Herausforderungen mit denen die IT zurzeit zu kämpfen hat, vor. Die A1 Telekom hat eine Vielzahl von Systemen mit unterschiedlichen Release-Zyklen, Abhängigkeiten und Lieferanten. Jedes dieser Systeme wird unabhängig sowie getrennt voneinander getestet und an die A1 Telekom übergeben. Zum Zeitpunkt der ersten Integration treten auf seitens A1 massive Probleme auf, welche den Erfolg der einzelnen Projekte gefährden.

Die Fragestellung lag für A1 Telekom somit auf der Hand:

  • Wie kann die Qualität einer derart hohen Anzahl von Systemen mit unterschiedlichsten Anforderungen und Herausforderungen mit den gegebenen Ressourcen sichergestellt werden?
  • Wie kann die Komplexität gemeistert werden und trotzdem die Time-to-Market verbessert werden?
  • Wie können all diese Qualitätssicherungsmaßnahmen leichtgewichtig und flexibel umgesetzt werden?

Die Antwort der A1 Telekom:

  • DevOps-Prinzipien aufbauen und den Automatisierungsgrad in der Qualitätssicherung erhöhen.
  • Für die Umsetzung auf die 3 C setzen: Continuous Integration, Continuous Deployment und Continuous Testing.
  • Entwicklungs-, Test- und Integrationsumgebungen virtualisieren
  • Service Virtualisierung und automatisiertes Testdatenmanagement einführen

 

„DevOps ist ein Change und muss daher als solches betrachtet und begleitet werden.
Dabei müssen vor allem die menschlichen Komponenten wie Motivation,
Überzeugung und aktive Mitwirkung der Beteiligten im Vordergrund stehen.“
Markus Mazanec

 

Eine weitere Erkenntnis der A1 Telekom: DevOps ist nicht das Allheilmittel für alle Probleme. Für unterschiedliche Situationen, müssen unterschiedliche Lösungen angeboten werden.

Markus Mazanec, Head of IT-Delivery, A1 Telekom Austria, gewährt Einblicke in die Herangehensweise eines Großunternehmens.

Markus Mazanec, Head of IT-Delivery, A1 Telekom Austria, gewährt Einblicke in die Herangehensweise eines Großunternehmens.

 

Failure is not an option

Den dritten Vortrag des ANECON Expertenfrühstücks hielt Martin Schweinberger, Teamleiter Testautomatisierungs-Framework bei ANECON, der kurzfristig für den erkrankten Kollegen Thomas Bucsics einsprang. Er begann zunächst in der Vergangenheit – im Jahr 2014: Das Jahr, in dem ANECON seinen Ansatz für die Testautomatisierung vorstellte, den Advanced Automation Approach. Dieser kam in den letzten Jahren erfolgreich in einer Vielzahl von unterschiedlichen Projekten rund um die Welt zum Einsatz. Zurück im Jahre 2016, erweitern wir den Testautomatisierungs-Ansatz um drei weitere Komponenten:

  • Testumgebungsmanagement: Automatisierte Bereitstellung von Testinfrastruktur und Testumgebungen
  • Testdatenmanagement: Effektive und zielgenaue Bereitstellung von Testdaten
  • Service Virtualisierung: Frühe Tests durch Schnittstellensimulation

Diese drei neuen Komponenten fügen sich nahtlos in den ANECON Testautomatisierungsansatz ein und ergänzen diesen sinnvoll. Dabei werden die Stärken des ANECON Testautomatisierungsansatzes auch in den drei neuen Bereichen ausgespielt:

  • Technologieunabhängigkeit
  • Flexibilität
  • Transparenz
  • Nachhaltigkeit
  • schneller ROI

Alle vier Elemente (Test Environment Management, Service Virtualization, Test Data Management und Test Automation) können natürlich getrennt voneinander eingesetzt werden, spielen aber ihre volle Stärke in der Zusammenarbeit aus. Gemeinsam agieren sie nach dem Motto „Failure is not an option“.

Martin Schweinberger, Teamleiter und Test Automation Expert, ANECON, stellt die 3 neuen Kompenten vor, die sich nahtlos in den ANECON Testautomatisierungsansatz eingliedern: Testumgebungsmanagement, Service Virtualisierung und Testdatenmanagement.

Martin Schweinberger, Teamleiter und Test Automation Expert, ANECON, stellt die 3 neuen Kompenten vor, die sich nahtlos in den ANECON Testautomatisierungsansatz eingliedern: Testumgebungsmanagement, Service Virtualisierung und Testdatenmanagement.

 

Der ANECON Automation Approach – der ANECON Ansatz rund um DevOps

Nach dem Vortrag gab es noch eine „Überraschung“ für die TeilnehmerInnen des Expertenfrühstücks: Aus dem Advanced Automation Approach wird nun der ANECON Automation Approach – der ANECON Ansatz für alle Themen rund um DevOps. Die drei neuen Komponenten sind also nicht nur ergänzende Teile zur Testautomatisierung, sondern vielmehr die ersten Puzzleteile im großen ANECON DevOps-Ansatz – dem ANECON Automation Approach.

Rund um den ANECON Automation Approach (A2A) entsteht ein Set aus bewährten, hersteller- und tool-unabhängigen Methoden und Ansätzen, die ganz auf die jeweilige Situation angepasst und in Teillösungen oder ganzheitlich angeboten werden.

Dabei konzentrieren wir uns auf das methodische Vorgehen, ergänzen es aber auch an den relevanten Stellen um Beispielimplementierungen und spezifische Frameworks. Dabei wird A2A von unserer langjährigen Umsetzungserfahrung profitieren und besteht schon jetzt aus vier umfangreichen, flexiblen und erprobten Komponenten. Die nächsten Teile werden wir im Laufe der nächsten Monate launchen.

 

Fazit: ANECON A2A – die Brücke in die DevOps-Zukunft

DevOps ermöglicht, dann zu deployen wenn es notwendig ist. Es verändert nachhaltig die Art, wie wir heutzutage Software entwickeln und ausliefern. Der Erfolg einer DevOps-Umsetzung steht und fällt mit dem einhergehenden bzw. ausbleibenden Kulturwandel. Mit dem ANECON Automation Approach bietet ANECON eine flexible, erprobte und erfolgsversprechende Brücke in die DevOps-Zukunft!

Im Anschluss an das Expertenfrühstück wurden die Gespräche und Diskussionen bei einem netten Ausklang fortgesetzt.

Über 100 Teilnehmer tauschten sich rege zum Trendthema DevOps aus.

Über 100 Teilnehmer tauschten sich rege zum Trendthema DevOps aus.

 

Interesse an DevOps?

Für einen Austausch zum Thema stehe ich Ihnen hier am Blog, aber auch gerne persönlich zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich: gregor.habinger@anecon.com

 

Zum Download:

Mehr Fotos zum Expertenfrühstück:

 

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