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Das war das 23. ANECON Expertenfrühstück zum Thema „Application Upcycling“

Die digitale Transformation und die damit verbundenen Herausforderungen an effiziente und nutzerorientierte Maßnahmen des „Application Upcyclings“ von IT Systemen – diesem Thema widmete sich das 23. ANECON Expertenfrühstück in der Wiener Albert Hall. Vorträge und Diskussionen gaben interessante Einblicke und Erfahrungen aus der Praxis und lieferten erste Lösungsansätze.

 

 

Was bedeutet eigentlich Application Upcycling?

Im Kern geht es darum, aus etwas Bestehendem bzw. Veraltetem nachhaltig etwas Neues, Besseres und Moderneres zu schaffen. Im Idealfall muss die alte Applikation im Zuge der Modernisierung nicht komplett verworfen werden, sondern kann durch Aufwertung in einen neuen, zukunftsorientierten Kontext gestellt werden und so künftig neue Möglichkeiten bzw. Funktionen und mehr Flexibilität bieten. Es geht darum, mit dem stetigen Wandel umgehen zu lernen und Software Modernisierung nicht als Einmalereignis zu betrachten, sondern als fortlaufenden Prozess. Kurz gesagt: Modernisierung zur richtigen Zeit mit der richtigen Strategie – es bleibt alles anders!

Der ANECON Ansatz des „Application Upcycling“ ist ganzheitlich, stellt die künftigen Businessanforderungen in den Mittelpunkt und trägt der Unterschiedlichkeit von IT-Systemen in den Unternehmen Rechnung. Entscheidend sind der Startzeitpunkt und der richtige Modernisierungsansatz. Es geht vor allem aus ökonomischer Sicht um die vernünftige Mitte zwischen Bewahren und Erneuern sowie der Gewährleistung des laufenden Betriebs in der Umstellungs- und Erneuerungsphase.

Zukunftspotentiale nutzen

Der erste Teil des Expertenfrühstücks stand daher ganz im Zeichen der Digitalisierung und der damit verbundenen Herausforderungen und Treiber bei Applikations-Modernisierungsmaßnahmen. In seinem Impulsreferat erläuterte Wolfgang Fröhlich, Mitglieder der ANECON Geschäftsführung, weshalb die digitale Transformation vor keinem Business halt macht. „Mehr noch“, so Wolfgang Fröhlich, „ sie wird das Business und die dahinterliegenden Prozesse verstärkt prägen. Für jedes Unternehmen ist es von essentieller Bedeutung, dieses strategische Zukunftspotential im eigenen Geschäftsfeld zu erkennen und IT-Applikationen fit für neue Anforderungen zu machen.“ Größere Datenmengen, der Wunsch nach stärkerer Vernetzung der IT-Landschaft auch über Unternehmensgrenzen hinweg und die Reduktion der Vielfalt an IT-Systemen erfordern eine laufende Weiterentwicklung von Unternehmenssoftware. Eine Applikation muss sich durch Modernisierung diesen Herausforderungen stellen.

Wien - Die Zeit ist reif: Nutzerorientiertes „Application Upcycling“ für IT Systeme mit Zukunftspotential Die digitale Transformation und die damit verbundenen Herausforderungen an effiziente und nutzerorientierte Maßnahmen des „Application Upcycling“ von IT Systemen, standen im Mittelpunkt des 23. ANECON Expertenfrühstücks. Vorträge und Diskussion gaben interessante Einblicke aus der Praxis und lieferten erste Lösungsansätze.

Neue Rahmenbedingungen: Vernetzte Umwelt

Die digitale Transformation ist also nicht nur ein Schlagwort, sondern eine eingetretene Prophezeiung. Ein Beispiel: Connected Business. Der Aufbau von unternehmensübergreifenden Eco-Systemen wird immer wichtiger. Klassische Geschäftsmodelle brechen weg, sei es durch Marktöffnung bzw. Liberalisierung oder durch Regulierung, und müssen durch neue kompensiert werden. Erfolgskritisch sind die Fähigkeiten, traditionelle Geschäftsmodelle zu hinterfragen und die Applikationen und IT-Systeme weiterzuentwickeln, um diese Vernetzung und Öffnung zu ermöglichen.

Damit einher geht der Bedarf an mehr Beschleunigung und Innovation. „Im „war for customers“, so Wolfgang Fröhlich, „müssen Unternehmen rasch individuelle Kundenwünsche erfüllen können.“ Das heißt: kurze Release-Zyklen und damit einen kurzen Time-to-Market. Der Einsatz von Cloud-Lösungen unterstützt hier, muss allerdings auch einfach und rasch in IT-Landschaft integrierbar sein.

Fit für Multi-Channel-Lösungen?

Ein weiterer wichtiger Digitalisierungs-Aspekt ist die Multi-Channel-Fähigkeit. Mit steigender Mobilität kaufen Kunden, wo und wie es ihnen gefällt. Um den „magischen Moment“ für den Kunden nicht zu verpassen, sind Unternehmen gefordert ihre Zielgruppe zu jeder Zeit und an jedem Ort mit den für sie relevanten Angeboten ansprechen können. Und last but not least entwickeln sich Internet of Things (IoT) und Big Data zum festen Bestandteil der Wertschöpfungskette in Unternehmen. Es geht um Vernetzung von Personen, Prozessen, Daten und Dingen mit hohem Sicherheitsbedarf und die analytische und zeitnahe Auswertung von riesigen Datenmengen.

Prioritäten richtig setzen

CIOs wissen zwar, dass sie ihre IT Systeme in regelmäßigen Abständen aktualisieren sollten. Doch gerade in der heutigen Zeit müssen sie mit begrenzten Budgets steigende Anforderungen erfüllen, den reibungslosen Geschäftsbetrieb gewährleisten, für optimale Sicherheit sorgen, neue Anwendungen entwickeln sowie gesetzliche und regulatorische Anforderungen erfüllen. Die Modernisierung der IT-Landschaft rutscht dabei in der Prioritätenliste schnell nach unten.

Dies zeigen auch die Top-3 Argumente, warum eine Applikationsmodernisierung noch warten kann und deren Gegenthesen:

  • Zeit- und Ressourcenmangel: Es gibt Aktivitäten mit höherer Priorität, wie beispielsweise Unterstützung des Tagesgeschäftes oder wichtige Projekte
    Gegenthese: Keine Verbesserung durch Nichthandeln, ganz im Gegenteil, die Situation durch Verzögern verschlechtert sich!
  • Läuft doch: Anders formuliert: Never touch a running system.
    Gegenthese: läuft noch! Die Praxis zeigt, dass veraltete IT-Applikationen mit den künftigen Anforderungen nicht schritthalten können.
  • Wertvolles Know-how in der Alt-Applikation kodifiziert
    Gegenthese: Zugang zu diesem Wissen wird bei verzögern immer schwieriger!

Mit ernsthaften Bestrebungen zur Modernisierung ihrer Softwaresysteme beginnen viele Unternehmen erst, wenn die Wartungskosten und Risiken untragbar werden und sich Neuerungen nicht mehr verwirklichen lassen. An diesem Punkt angekommen, bleibt meist nur die Totalsanierung der betreffenden Softwaresysteme. Auch hierbei entstehen hohe Kosten und Risiken, sodass ein langes Herauszögern von Modernisierungsschritten selten als optimales Vorgehen zu beurteilen ist.

 

HDI Versicherung: Agiles Delivery-Modell sichert Wettbewerbsvorteile

Zeitnahes Handeln ist daher gefragt. Die Vorteile des ANECON Ansatzes des „Application Upcycling“ zeigte im zweiten Teil der Veranstaltung das aktuelle Modernisierungs-Projekt der HDI Versicherung mit dem Ziel, eine veraltete AS400 Anwendung abzulösen. Nach Fertigstellung des Softwaremodernisierungsprozesses profitiert die HDI Versicherung von verkürzten Time-to-Market-Zeiten ihrer Kundenproduktlösungen. Die kurze Reaktionszeit auf Marktbedürfnisse bei gleichzeitiger Kostensenkungen spielt Ressourcen für Innovationsthemen frei. Dies unterstreicht Wolfgang Schiebel, IT-Leiter der HDI-Versicherung, in seinem Vortrag. „ Das klare Ziel der Umstellung ist, mittels einer flexiblen und nachhaltigen Software-Architektur sowie eines agilen Delivery-Modells, Wettbewerbsvorteile am Markt sicherzustellen“, so Wolfgang Schiebel und führt weiter aus, dass die im Einsatz befindliche veraltete Software hohe Wartungskosten erzeugte.

Zeitgemäße mobile Anwendungen waren nur bedingt einbindungsfähig. Zudem gab es keine Testautomatisierung, eine mangelnde Dokumentation und Know-how-Verlust über die Jahre. Durch die lange Lebensdauer der AS400 Anwendung häuften sich zwangsläufig technische Schulden an. Alles in allem überwogen die Risiken gegenüber der Möglichkeit von den Marktchancen, welche die digitale Transformation bietet, zu profitieren.

Die Vorteile des ANECON Application-Upcycling-Ansatz zeigten sich im Projekt. ANECON kennt aufgrund umfangreicher Praxiserfahrung die relevanten Strategien und Ansätze, wie sich Softwaresysteme in den unterschiedlichsten Wartungsstadien möglichst ökonomisch modernisieren lassen und unterstützt seine Kunden in allen Phasen, von der Analyse über die Umsetzung mit agilen Methoden bis hin zur Wartung der erneuerten Applikation. Zentral ist die ganzheitliche Betrachtung: von der Organisation, über die Wirtschaftlichkeit/den Geschäftswert bis hin zur Technologie/dem Lösungsansatz.

Wien - Die Zeit ist reif: Nutzerorientiertes „Application Upcycling“ für IT Systeme mit Zukunftspotential Die digitale Transformation und die damit verbundenen Herausforderungen an effiziente und nutzerorientierte Maßnahmen des „Application Upcycling“ von IT Systemen, standen im Mittelpunkt des 23. ANECON Expertenfrühstücks. Vorträge und Diskussion gaben interessante Einblicke aus der Praxis und lieferten erste Lösungsansätze.

 

Replace – Renew – Reuse

Im dritten Teil der Veranstaltung stellte Christian Eggbauer, ANECON Teamleiter Project Implementation API, „Die 3 R“ vor: „Application Upcycling“ Lösungsansätzen und Vorgehensmodellen für generische, antifragile und nachhaltige Applikationen für die IT der Zukunft und erläuterte diese an Hand von Beispiels aus der Praxis.

  • Replace: ersetzen Sie Ihre Applikationen komplett durch eine Neue. Standardsoftware oder Individuallösungen sind hierbei die Eckpfeiler.
  • Renew: verbessern sie Ihre bestehende Applikation, indem sie Komponenten austauschen, ersetzen oder neue Funktionalitäten hinzufügen.
  • Reuse: ihre Applikation funktioniert noch einwandfrei, jedoch müssen Sie Erweiterungen hinzufügen, um den künftigen Ansprüchen am Markt gerecht zu werden.

Da keine Applikation einer anderen gleicht, sind auch die Bedingungen und Voraussetzungen für eine Applikations-Modernisierung immer anders. Da gibt es keinen „one fits all“-Ansatz, sondern es bedarf viel Erfahrung und einem sehr kunden- und zielorientierten Vorgehen. Dennoch muss auch im Fall einer IT-Modernisierung das Rad nicht jedes Mal neu erfunden werden.

Wien - Die Zeit ist reif: Nutzerorientiertes „Application Upcycling“ für IT Systeme mit Zukunftspotential Die digitale Transformation und die damit verbundenen Herausforderungen an effiziente und nutzerorientierte Maßnahmen des „Application Upcycling“ von IT Systemen, standen im Mittelpunkt des 23. ANECON Expertenfrühstücks. Vorträge und Diskussion gaben interessante Einblicke aus der Praxis und lieferten erste Lösungsansätze.

 

Fazit

Grundtenor in der Diskussion der anwesenden IT-Experten: Die Zeit ist reif für die strategische Modernisierung, also die richtigen Weichen im Heute für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen zu stellen. Die Herangehensweise von ANECON mittels „Application Upcycling“ ist hierfür ein interessanter und langfristig gedachter Ansatz der im digitalen Transformationsprozess entscheidend unterstützt.

Möchten Sie mehr darüber erfahren und Ihre Applikation einem Upcycling Check unterziehen? Näheres erfahren Sie >> hier!

 

 

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