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Raus aus der Komfortzone – hinein ins gemeinsame Kochen für die Gruft!

Anfang Juni war es für uns als Management Services Team soweit: nach langer Zeit des Planens war er hier, der Tag an dem wir in der Gruft in Wien kochen durften. Ein intensiver Tag mit vielen Erkenntnissen und bereichernden Erfahrungen, die wir nicht missen möchten.

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Wie kam es dazu?

Im Zuge der Jahresplanung 2016 haben wir uns für einen Team-Workshop der anderen Art entschieden. Anstatt ein weiteres Mal sich intensiv mit uns selbst auseinanderzusetzen, haben wir beschlossen, andere in den Mittelpunkt zu stellen und gemeinsam für bedürftige Menschen in der Gruft zu kochen. Seit mehr als 29 Jahren sorgt diese Einrichtung der Caritas dafür, dass obdachlose Menschen ein warmes Essen bekommen und einen Platz zum Schlafen haben.

Die anfängliche Freude und Begeisterung für das Projekt erfuhr einen kleinen Dämpfer, als wir realisierten was unser Vorhaben konkret bedeutete: In nur 2 Stunden ca. 180-200 Portionen kochen! Die Gruft gibt für die benötigten Zutaten grobe Mengenangaben vor –  man braucht ca. 25-28kg Fleisch, 26kg Beilagen und eine Steige Salat –  aber keiner von uns hatte Erfahrung mit solchen Mengen.

Mit dieser Erkenntnis war uns klar, dass wir ohne Planung das Ziel nicht erreichen werden. Daher haben zwei Kolleginnen die Projektleitung und Koordination übernommen und dafür gesorgt, dass das Kochen auf allen Seiten ein Erfolg wurde. Es war ein aufregender und intensiver Tag, der  für uns alle sehr bereichernd war. Das Verlassen unserer Komfortzone hat uns nicht nur mit ehrlicher Dankbarkeit belohnt, sondern auch mit vielen anderen Erkenntnissen.

Die Erkenntnisse

  • ANECON_Kochen für die Gruft_1Große Projekte brauchen Planung und sorgfältige Vorbereitung. So haben unsere Projektleiterinnen die Küche vor Ort besichtigt und erhoben, welche Gerätschaften bereitstehen, welche wir selbst mitnehmen sollten und wer für was zuständig sein wird.
  • Um Entscheidungen bei großen Gruppen (wir sind ein Team von 13 Personen für Management Services in Deutschland und Österreich) zu finden, sind Diskussionen nicht immer ein probates Mittel. Uns hat bei der zeitnahen Wahl für das Gericht (Reisfleisch mit Krautsalat) und der Aufgabenteilung innerhalb des Teams das Umfragetool Doodle sehr geholfen.
  • Commitment ist das A und O. Die Begeisterung des Teams war spürbar. Wir haben alle an einem Strang gezogen und uns gegenseitig unterstützt, wodurch wir das Ziel gemeinsam erreichen konnten.
  • Klare Kommunikation ist essentiell. Wir haben eine eigene Whatsapp-Gruppe eingerichtet, um einfach und unkompliziert untereinander kommunizieren zu können. Das war besonders am Kochtag wichtig, als es darum ging Zutatenanlieferung und Kochteam zu koordinieren.
  • ANECON_Kochen für die Gruft_2Richtige und einsatzfähige Tools erleichtern die Arbeit ungemein – besonders unter Zeitdruck. Haben Sie schon Mal probiert 30kg Fleisch mit stumpfen Messern zu schneiden?
  • Unter Zeitdruck ist Perfektionismus nicht immer das Mittel der Wahl. Wir mussten in manchen Situationen Mut zur Lücke beweisen, ohne dass das Gesamtergebnis darunter gelitten hat. So waren manche Krautstückchen größer als andere – das hat dem Genuss aber keinen Abbruch getan.
  • Man muss nicht immer alles alleine machen – schon gar nicht unter solchen extremen Bedingungen. Einfach mal nach Hilfe und Unterstützung fragen, hilft ungemein und entlastet.
  • In der Gruft gibt es klare Regeln, die entsprechend kommuniziert und gelebt werden – ohne Ausnahme. Die Essensausgabe beginnt pünktlich um 12:45, Nachschlag gibt es erst ab 13:10 mit dem bereits benutzten Teller, wobei „Nachzügler“ bevorzugt behandelt werden. Das schafft Orientierung.
  • Aus Erfahrungen lernt man. Beim nächsten Mal wissen wir, dass nicht nur Süßes, sondern besonders frisches Obst gut ankommt. Und wenn man auf teilweise bereits vorgeschnittene Zutaten zurückgreift, lässt sich etwas Aufwändigeres kochen.
  • Manchmal muss man die Dinge einfach tun und sich der Herausforderung stellen ohne diese ewig lange zu diskutieren. Es setzt weitere Dinge in Gang: In unserem Fall zählten dazu Spenden von Sachgegenständen, Obstbaumernten, und von Firmenveranstaltungen übriggebliebenes Essen sowie private Initiativen.

Neben all diesen kleinen Lektionen bleibt vor allem eine große in Erinnerung: die gespürte und auch ausgedrückte Dankbarkeit der bekochten Menschen. Viele haben sich persönlich dafür bedankt, dass wir uns die Zeit genommen haben etwas Leckeres für sie zu kochen. Das berührt und macht demütig. Und weckt in uns die Lust auf eine Wiederholung! 🙂

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