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Ein ganz normales Semester bei ANECON 1/8

Ausbildung und Beruf in einem! Eine Blogreihe zum TA-Curriculum: der Lehrgang für professionelle Testautomatisierung. Los geht es mit Station 1 – mein Einstieg in das Berufsleben.

Young man studying with laptop computer on white desk.

Ich bin wahrscheinlich auf einem etwas anderen Karrierepfad als die meisten meiner Kollegen in der Informatikbranche gelandet. Ich habe zwar auch eine Universität bzw. Fachhochschule besucht und hatte eine schöne Zeit. Aber bekanntlich muss alles Schöne einmal zu Ende gehen. Kurz vor dem Abschluss – oder zumindest als ich dachte kurz vor dem Abschluss zu stehen – habe ich mich auf Jobsuche begeben; Und auch gleich einen Plan für mein weiteres Leben geschmiedet – dieser war zu diesem Zeitpunkt denkbar einfach gehalten:

  1. Den Einstieg ins Arbeitsleben finden
  2. Mich in der IT-Branche einleben und weiterentwickeln
  3. Nebenbei „gemütlich“ den Abschluss an der Universität machen (d.h. meine letzten beiden Prüfungen erledigen und die Bakk-Arbeit abschließen)
  4. Nach ein, zwei Jahren im Job berufsbegleitend den Master anhängen

Die ersten beiden Punkte haben ziemlich gut funktioniert.
Mit ANECON habe ich einen Arbeitgeber gefunden, der sehr bestrebt ist, Newcomern den Einstieg in die Firmenkultur so angenehm, wie möglich zu gestalten. Interessante Kundenprojekte helfen enorm sich fachlich weiterzuentwickeln. Es wird aber auch aktiv dafür gesorgt, dass Mitarbeiter ihre Fähigkeiten, welche im aktuellen Kundenprojekt nicht im Fokus stehen, in internen Projekten und in Schulungen weiter ausgebaut werden können.
Die letzten beiden Punkte des Plans dagegen…
Ich hatte als spätberufener Student und vor dem Beginn der zweiten Karriere offenbar schnell vergessen, wie sehr die Freizeit unter einem Fulltime-Job leidet. Wenn man Beziehung, Freunde, Familie, Sport und sonstige Aktivitäten unter einen Hut bringen will, dann bleibt nicht mehr viel Raum im Kalender, um zusätzliche Verpflichtungen zu erfüllen. (Gleich an dieser Stelle mein Respekt und meine Bewunderung an alle Leser, die es schaffen neben der obigen Aufzählung auch noch Kind und Kegel, Abend-FH, Pflege von Familienangehörigen und sonstige Aktivitäten zu bewältigen)

 

Plan fürs Leben: Prioritäten neu ordnen

Das heißt ich musste Prioritäten setzen, damit der Universitätsabschluss nicht zur unendlichen Geschichte wird. Die Prioritätenliste sah dann in etwa so aus:

  1. Beziehung, Freunde, Familie, Sport und sonstige Aktivitäten
  2. Lernen

Seltsamerweise hat diese Priorisierung nicht zum gewünschten Ziel geführt. Nach nur einem halben Jahr im Job sind mir daher zwei Dinge klargeworden.

  1.  Wenn ich die Universität abschließen möchte, muss ich mir für das Lernen Urlaub nehmen (gesagt, getan).
  2. Wenn ich den Plan neben der Arbeit weiter zu studieren, in die Tat umsetzen möchte, muss mir der Arbeitgeber dafür ganz schön viel Extra-Urlaub zur Verfügung stellen.

 

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Damit war meine Vorstellung wie meine Karriere kurzfristig weitergehen sollte vorerst einmal vom Tisch. Ich musste mich neu orientieren. Oder besser gesagt, ich HÄTTE mich neu orientieren müssen. Denn just zu diesem Zeitpunkt baute ANECON ein eigenes Ausbildungssystem für Mitarbeiter auf. Das TA-Curriculum als Form der systematischen Mitarbeiterweiterbildung war geboren.

 

Neuausrichtung: Unternehmensinterner Lehrgang für professionelle Testautomatisierung

Interne Schulungen gab es bei ANECON davor auch schon. Seien es Zertifizierungen, die den Mitarbeiter beim Kunden weiterhelfen, Verkaufs- oder Kommunikationstrainings, Certified Tester, Requirements Engineer, etc. Solange es Sinn hatte und zur Branche passte, wurde den Mitarbeitern bei Schulungswünschen kaum ein Stein in den Weg gelegt.

Doch mit dem TA-Curriculum ging man einen Schritt weiter. Weiterbildungsmaßnahmen wurden in einen umfangreichen Lehrplan gegossen, transparent für jeden Mitarbeiter und alle Führungskräfte, erweitert um einige Schlüsselaspekte.

In Summe gliedert sich der Lehrgang  in fünf große Blöcke:

  1. Basics, Zertifizierungen und Trainings
  2. ANECON Automation Approach mit dem A2A.TAF
  3. Schlüsseltechnologien/Tools
  4. Projekte
  5. Organisation & Management (Prozesse und Sales, dazu gehörten u.a. Kommunikations- und Verkaufstrainings).

 

A2A.TAF

Das Herz der Testautomatisierung bei ANECON ist das selbstentwickelte TAF (Test Automation Framework). Dafür wurden sowohl strukturierte Tutorials, als auch Kurse zu den Themengebieten entwickelt, welche Newcomern den idealen Einstieg in die Arbeit bei ANECON bieten.
Die Trainings werden von Mitarbeitern gehalten die selber am Framework mitentwickeln und können deshalb die Idee dahinter sehr klar vermitteln. Aber auch Fragen, Einwände, oder eventuell Ideen zur Weiterentwicklung und Verbesserungsvorschläge können so sinnvoll eingebracht und diskutiert werden.

Schlüsseltechnologien

Als ANECONdas arbeiten wir mit jeder Menge Schlüsseltechnologien, mit denen wir bei Kundenprojekten immer wieder in Berührung kommen. Das können konkrete Tools (Testing Tools, Coding Frameworks, Automatisierungstools, usw.), oder aber aufstrebende und etablierte Technologien, wie z.B. Mobile Testing oder Lasttests sein. Die Themengebiete werden von Mitarbeitern, die mit der jeweiligen Technologie oder dem jeweiligen Tool bestens vertraut sind konzipiert und gehalten. In diesen Schulungen werden Teilnehmer durch theoretische Vorträge, aber auch hands-on Lektionen mit einem Grundstock an Wissen ausgestattet. Dies erleichtert die rasche fachliche Weiterentwicklung in Bereichen, wo die Einstiegshürden ohne Wissenstransfer teilweise sehr hoch sind, und erleichtert außerdem das Zurechtfinden in neuen Kundenprojekten mit unbekannten Technologien ungemein.

Projekte

In diesem reinen Praxismodul setzen wir das erlernte Wissen unmittelbar in Kundenprojekten für Automatisierungslösungen ein. Die Tätigkeit ist auf die Vorkenntnisse abgestimmt und es steht auch ein erfahrener Kollege als Mentor zu Seite.

Prozesse und Sales

Abgerundet wird das technische Know-how durch Schulungen, die von Mitarbeitern der Fachbereichsleitungen wie Sales und Organisation gehalten werden. In diesen Kursen geht es darum die internen Strukturen und Abläufe kennenzulernen oder sie besser zu verstehen. Und im Mittelpunkt stehen Soft-Skills und wirtschaftliches Know-how.

Regelstudienzeit

Die Themenblöcke wurden in (vorerst) drei Semester unterteilt. Jedes Semester läuft – wie der Name schon sagt, über ein halbes Jahr. Wie an diversen Hochschulen auch, hält sich ANECON an Ferienzeiten, um den Mitarbeitern die Urlaubsplanung nicht unnötig zu erschweren. Unifeeling here we go!
Vor Beginn des TA-Curriculums wurden die vorhandenen Mitarbeiter in Absprache mit ihren Vorgesetzten eingestuft. Da jeder unterschiedliche Vorerfahrung mitbringt und manche Zertifizierungen schon absolvierte, wäre es unnötig und teuer jeden Einzelnen an jedem Kurs teilnehmen zu lassen.
Und damit war die Roadmap für das erste Semester auch schon vorhanden. Es war klar, welche Kurse es geben soll, wer für die Inhalte verantwortlich ist, wer teilnimmt, und wann die Kurse stattfinden. Jetzt ging es nur noch darum loszulegen!

TA-Curriculum Lehrgang_Foto

Das erste Semester

Im ersten Semester waren für mich zehn eintägige Kurse geplant. Insgesamt gab es 14 Kurse. Das bedeutet, an vierzehn Freitagen zwischen September und Januar, mit Ausnahme der Zeit der Weihnachtsferien, waren unsere Schulungsräume mit Curriculum-Teilnehmern belegt. Es waren im Schnitt um die 10-12 Leute in jedem Kurs, das Lehrenden-zu-Hörenden Verhältnis war also mehr als optimal.

Wie weiter oben schon beschrieben wurden die Kurse individuell für jeden Mitarbeiter in Absprache mit der Führungskraft ausgewählt. Wenn man einen Kurs nicht belegen hätte müssen, der einen aber absolut interessiert, oder umgekehrt, hat man das im Vorfeld noch einbringen können.

Manche Kurse waren ganztägig, andere nur halbtags – je nach Komplexität und Aufwand des Themas. Und ich muss sagen, dass auch der Spaßfaktor mit den Kollegen an diesen Kursnachmittagen nicht zu kurz kam. Mal ist es interaktiver, mal weniger; einmal ist ein größerer Teil des Curriculum-Tages der Übung und den Aufgaben zum selber mitmachen gewidmet, ein andermal ein kleinerer. Aber egal wie der Stil des Vortragenden war, oder wie trocken (selten aber doch) das Thema gerade war – man fühlt sich nie falsch am Platz. Man ist nie wegen uninteressanter Themen gelangweilt, und wird nicht von stundenlanger trockener Theorie erschlagen. Die Vortragenden sind sehr engagiert, die einzelnen Teilnehmer im Vortrag abzuholen und auf eine Stufe zu heben. Wenn die Wissensbasis der Teilnehmer zu unterschiedlich ist, oder jemand bei Mitmach-Übungen nicht folgen kann, sind die Trainer geduldig und hilfsbereit.

Ohne jetzt zu viel auf einzelne Vorträge eingehen zu wollen – das werden meine Kollegen in folgenden Blogbeiträgen noch nachholen – nach dem ersten Semester im Curriculum bin ich zufrieden mit dem was ich gelernt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich im Kundenprojekt einiges gleich anwenden kann, und bei manchen Dingen die ich noch nicht anwenden konnte kann ich es kaum erwarten in der Arbeitswelt endlich einmal auf eine Herausforderung zu diesem Thema zu stoßen.

 

Retrospektive

Ich bin nun im meinem zweiten Jahr bei ANECON und im zweiten Semester des TA-Curriculums. Ich kann mich aus heutiger Sicht nicht darüber beschweren, wie die Dinge für mich gelaufen sind, auch wenn vor nicht allzu langer Zeit alles noch ganz anders geplant war. Ich bin in einer Firma gelandet, die mir mehr als nur Arbeit bietet. Ich kann mich fachlich weiterentwickeln als wäre ich auf einer Universität, aber schaffe es, das in der Arbeitszeit unterzubringen. Ich kann meinen Horizont erweitern, und Gelerntes oft gleich anwenden. Ich kann von den Besten lernen. Und so ein Betreuungsverhältnis gibt es nicht einmal auf Fachhochschulen.

Alles in allem lässt sich ein Semester im TA-Curriculum natürlich nicht mit einem Semester an der Universität vergleichen. Man darf nicht vergessen, dass es sich immer noch um einen Fulltime-Job handelt, und dass die Kundenprojekte in erster Linie an der Tagesordnung stehen, und nicht Lernen und Ausbildung.

Das Curriculum gibt einem aber tatsächlich sehr stark das Gefühl, dass man nicht auf der Stelle tritt, und man die Möglichkeit hat in viele Richtungen zu schnuppern. Die Unterrichtseinheiten sind – anders als viele Vorlesungen und auch Übungen an der Universität – sehr zielgerichtet, und halten sich nicht unnötig lange mit Theorie auf, nur um die Zeit zu füllen. Es wird knackig vermittelt worum es geht, und dann – sofern möglich – selbst ausprobiert und getüftelt, oder Gelerntes eben gleich beim Kunden angewandt.

 

Interesse geweckt? Mehr dazu: www.anecon.com/ta-curriculum

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