Anforderungsmanagement / Projektmanagement / Software-Entwicklung

Schon gehört: Durch User-Experience angereicherte Softwarelösungen faszinieren ihre Zielgruppen!

Die Usability gewährleistet, dass Softwareprodukte durch Endbenutzer optimal nutzbar sind, denn oftmals sind gewünschte Funktionalitäten zwar darin enthalten, können jedoch vom Anwender nicht oder nicht richtig genutzt werden. Zudem entscheiden Benutzer bereits in den ersten 50 Millisekunden (ja, wir sprechen hier von 0,05 Sekunden!!) ob ihnen eine Website gefällt oder nicht. Der Anspruch an Ihr Softwareprodukt ist also optimal auf die Zielgruppe vorbereitet zu sein, damit Ihre Ideen und Lösungen vom Benutzer auch wohlwollend angenommen werden und diese nicht nach wenigen Klicks zu Ihren Konkurrenten wechseln. Durch User-Experience haben Sie die Möglichkeit, Ihre Kunden von Ihrer Website zu begeistern! Erfahren Sie in meinem Blogbeitrag mehr über den User-Experience-Prozess des Anforderungsmanagements, der spätere Benutzer in den Mittelpunkt stellt und durch Anreicherung psychologischer Faktoren einen hohen Grad an Usability Ihres Softwareproduktes garantiert.

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Was ist Usability?

Eine der Aufgaben im Zuge der Anforderungsanalyse ist die Definition sogenannter „Nicht-funktionaler Anforderungen“ – auch Qualitätsanforderungen genannt[1]. Diese legen also die gewünschten Qualitäten für das zu bauende System fest. Eine dieser Qualitäten ist die Usability der Softwarelösung, welche nach Jakob Nielsen das zu entwickelnde System

  • leicht erlernbar bzw.
  • wieder-erlernbar und
  • effizient benutzbar macht, sowie eine
  • geringe Fehlerrate aufweisen lässt und dadurch
  • Benutzerzufriedenheit bewirkt[2].

 

Was ist der Nutzen wenn Sie in die Usability Ihrer Softwarelösung investieren?

Der Fokus auf wohl überlegte Usability im Zuge der Produkterstellung wird sich auf Ihr Produkt, Ihre Kunden und Ihre Wettbewerbssituation positiv auswirken:

Nutzen Usability

 

Lesen Sie nun wie Sie einen hohen Grad an Usability erreichen:

Gute Usability sicherstellen durch den Usability Experience Process

Traditionell beschreibt der Prozess zur Herstellung von Usability (Usability Engineering Prozess) Aktivitäten, Methoden und Vorgehensweisen, welche zweckgerichtete, funktionsorientierte Systeme für klar definierte Anforderungen hinsichtlich ihrer Benutzerqualität in der Mensch-Maschinen Schnittstelle erzielen soll. Dahingehend wurde Usability seit den 1920er Jahren in Form von Gestaltungsgrundsätzen[3] und Normen[4] definiert und laufend erweitert. Der Anspruch an ein modernes Softwaresystem ist hierbei jedoch noch weitergehend: Das zu entwickelnde System soll sich wenn möglich immer wie ein guter Freund verhalten, um den Benutzern Freude bei der Benutzung zu bereiten. Konkret heißt das:

  • Steigender Trend Richtung multipler Plattformen (Desktop, Tablet, Handy, etc.) berücksichtigen
  • Vorschläge machen, wie es weitergehen kann, wenn man mal nicht weiß, was man zu tun hat
  • Darauf achten, dass sich das Gegenüber niemals inkompetent fühlt
  • Eine verständliche Sprache sprechen
  • Nur vorschlagen, was im Augenblick benötigt wird
  • Keine sinnlosen oder unverständlichen Fragen stellen

Zusammengefasst liegt, wie man am Beispiel moderner Kommunikationsmethoden sieht, der Schlüssel zum Erfolg in der Servicierung der Bedürfnisse Ihrer Kunden durch Ihre Softwarelösung. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der EINE oft stigmatisierte „gewünschte/angenomme“ repräsentative User nicht existiert, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Benutzercharaktere angenommen werden muss.

Die Feststellung dieser unterschiedlichen Bedürfnisse stellt die späteren Benutzer und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt der Entwicklung: Um die erwähnte Freude an der Benutzung und Erfüllung der Bedürfnisse dieser Zielgruppe sicherzustellen, reicht der traditionelle Usability Engineering Prozess alleine nicht aus und muss durch das weitergefasste ganzheitliche User Experience Engineering ergänzt werden. Dieses stellt neben der Usability neue Anforderungen psychologischer Natur der Zielgruppen an entsprechende Entwicklungsprozesse und hinterfragt, gestaltet bzw. beeinflusst aktiv die Erfahrungswelten der Benutzer, dessen Ergebnisse in den Schritten „Analyse und Recherche“ sowie „Validierung“ des Usability Engineering Prozess[5] Einkehr findet:

 

Usability Engineering Prozess

 

Grundsätzlich besteht dieser Prozess aus folgenden Prozessschritten:

  • Analyse und Recherche: Hierbei werden die späteren Benutzer mit deren Wünschen und Erwartungen dokumentiert.
  • Konzept und Design: In diesem Schritt werden Designkonzepte und Vorschläge erarbeitet.
  • Prototyping: Hier wird das Design in Form vom Prototypen konkretisiert um frühe Benutzerrückmeldungen zu erhalten.
  • Valdierung: Hier werden Prototypen durch Stakeholder in Form von Usability-Engineering-Tests validiert, deren Rückmeldungen wieder in die Prozessschritte (1) – (3) einfließen.

 

Was bedeutet das genau?

Während Usability streng genommen also lediglich die tatsächliche Nutzungsituation betrachtet, schließt der Usability Engineering Prozess darüber hinaus die antizipierte Nutzung davor und die Verarbeitung der Nutzungssituation nach der Nutzung mit ein, wie folgende Grafik zeigt:

 

Unterschied Usability UX

 

Die User-Experience lässt sich übrigens gut testen: Man evaluiert inwieweit vor der Nutzung die

  • angenommene Produktnutzung und Wahrnehmung eines Produktes durch den späteren Benutzer mit
  • der beabsichtigten Produktnutzung und Wahrnehmung übereinstimmen.

Somit können frühzeitig Differenzen dahingehend identifiziert werden und so der Produkterfolg vorbereitet werden. Die Verarbeitung nach der Nutzung wird im Anschluss ebenso evaluiert um die emotionale Bindung zum Produkt festzustellen.

 

Beispiele von Websites mit guter User-Experience

Hebt man sich durch eine gute User Experience von der Konkurrenz ab, ergeben sich viele wirtschaftliche Chancen. Hat der Benutzer Spaß beim Einkaufen, so gelingt es auch einfacher die Produkte zu verkaufen, da das positive „Nutzererlebnis“ nachhaltig in Erinnerung bleibt und für eine stärkere Kundenbindung in der Zukunft sorgen kann.

Ein gutes Beispiel für einen hohen Grad an User-Experience ist der „bugaboo“ Kinderwagenkonfigurator[6], dessen Bedienung sich stark von anderen Konfiguratoren abhebt, ohne dabei den Nutzer zu überfordern:

bugaboo

Hierbei können die Farben diverser Stoffe des Kinderwagens spielerisch ausgewählt werden (siehe rote Umrandung). An diesem Beispiel können Sie sehen, dass Sie mit kleinen Feinheiten die User Experience Ihrer Website erhöhen und Ihre Benutzer erfreuen können. Glaubwürdigkeit ist hierbei ein wesentlicher Erfolgsfaktor wie man am nächsten Beispiel der Firma „bellroy“ sieht: Die Vorteile der „bellroy“-Geldbörsen werden dem Benutzer auf ebenso verspielte Weise deutlich darstellt wie man auf folgender Abbildung sieht[7]:

bellroy

Hierzu wird die „bellroy“-Geldbörse einer klassischen Geldbörse gegenübergestellt. Über einen Schieberegler kann der Benutzer angeben, wie viele Karten er darin haben möchte. Dem Benutzer wird – je mehr Karten in den Geldbörsen gegeben werden – gezeigt, wie flach die Geldbörse von „bellroy“ im Vergleich zur anderen bleibt. Diese einfache Möglichkeit bietet einen guten Unterhaltungswert bei der Nutzung und kommuniziert dem Benutzer maßgeschneidert auf einfache Art und Weise die Vorteile des Produktes. Sie erschaffen somit ein Begeisterungsmerkmal, dass den Kunden wohlwollend Ihr Produkt wahrnehmen lässt.

 

Zusammenfassung

Eine gute User Experience wird häufig synonym mit einer guten Usability verwendet:

  • „Funktioniert der Schieber auf der Website gut?“
  • „Kommt der Benutzer gut durch den Auslog-Prozess?“
  • etc.

Dies sind sogenannte „Basisfaktoren“, welche erfüllt sein müssen da diese grundlegend und selbstverständlich für die Nutzbarkeit Ihrer Website sind und Ihren Kunden erst bei Nichterfüllung bewusst werden. Damit kann man jedoch für Ihre Zielgruppe kein Begeisterungsmerkmal schaffen und Sie sich auch nicht von der Konkurrenz abheben.

User Experience erweitert den Prozess des Usability Engineerings um die angenommene Nutzung und die Verarbeitung der Nutzungssituation danach.

Das User Experience Engineering ist als fortlaufender Prozess zu sehen um die Erfüllung der Zielgruppen-Bedürfnisse sicherzustellen. Die Betreuung und Kommunikation mit den Zielgruppen im Rahmen der Nutzung ihrer Softwarelösung stellt hierbei einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar.

Tipps und Tricks worauf Sie bei der Herstellung von Usability und User-Experience unterschiedlicher Plattformen achten müssen und wie die Überprüfung aussehen kann um diese sicher zu stellen können Sie in folgendem Blog lesen: http://www.anecon.com/blog/schneller-besser-schoener-usability-in-softwareprojekten/

Haben Sie Erfahrungen mit User Experience gemacht die Sie mit mir teilen wollen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen hier mit mir!

 

[1] Basiswissen Requireents Engineering, S. 16

[2] https://academy.technikum-wien.at/downloads/page/494/lehrplan-ibuq-foundation-level.pdf, S. 10

[3] Siehe bspw. http://www.stroopr.de/wahrnehmung/gestaltprinzipien/

[4] Siehe bspw. ISO 9241 – 100 bis 900

[5] http://www.allevia.de/glossar/usability-engineering/

[6] Siehe https://www.bugaboo.com/DE/de_DE/home

[7] Siehe https://bellroy.com/slim-your-wallet

 

Tipp:
Training „IBUQ – Usability and User Experience Engineering – FL“
10.04.-11.04.2018, Wien
>> Infos & Anmeldung

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