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Bimodale IT – schon gehört?

ANECON, Montagmorgen vor zwei Wochen: Unser Vertriebsleiter und eine Kollegin fragen mich voller Elan: „Was sagt dir der Ausdruck Bimodale IT?“ Ich, ob der vollen Euphorie und des Glänzen in den Augen der Kollegen etwas perplex, antworte: „Das sagt mir spontan nichts“. Und schon sind sie wieder weg…

Ein von Grund auf neugieriger Mensch wie ich setzt sich natürlich gleich vor den PC und fängt an zu googeln. „Bimodale IT“ – was hat es damit auf sich? Eine Stunde und ca. 10 durchstöberte Internetartikel später weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Geprägt von der Gartner Group, recht neuartig (erste Erwähnung 2014), sehr kontrovers diskutiert. Das ist mein erster Recherche-Outcome zum Stichwort „Bimodale IT“.

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Nach einigen Diskussionen im Unternehmen mit vielen interessierten Kollegen steht die Entscheidung fest: Wir machen die Bimodale IT zum Thema in unserem nächsten ANECON Expertenfrühstück. (Zweimal im Jahr diskutieren wir bei dieser Veranstaltung mit rund 100 Gästen zu einem aktuellen IT-Thema, viele unserer Kunden und Partner kennen das Format – mehr Info dazu finden Sie auf unserer Website.)

 

Was ist denn nun diese Bimodale IT?

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine Theorie, dass zwei bekannte IT-Prozesse parallel in einem Unternehmen laufen dürfen bzw. sollen. Einerseits der traditionelle IT-Prozess (Wasserfall, V-Modell, etc.) und auf der anderen Seite der agile Prozess. Die Gartner Group hat diese Theorie eben unter dem Begriff „Bimodale IT“ zusammengefasst.

Die Theorie der Bimodalen IT sieht nun vor, dass Unternehmen sich nicht länger beim Eliminieren der traditionellen Prozesse „quälen“ sollen, um auf Biegen und Brechen die agilen Ansätze im Unternehmen einzuführen. Sie richtet den Appell an die CIOs dieser Welt, zu akzeptieren, dass beide Ansätze gleichzeitig existieren können.

Was allerdings oft gerne vergessen wird, aber trotzdem auch hier nicht zu verachten ist, ist der Aufwand der Einführung. Verändere ich Prozesse und sind diese so weitreichend wie hier, dann benötigt das Zeit und Geduld. Wichtig ist vor allem, dass sich hier nicht nur die IT-Prozesse ändern. Auch die Schnittstellen zu den Fachbereichen müssen beachtet werden. Unterschiedliche Modi in der Arbeit der IT verlangen auch Flexibilität und Verständnis in den angrenzenden Abteilungen.

 

Was sagen die Gegner?

So sicher wie das Amen im Gebet ist, werden durch solche Theorien auch die Gegner auf den Plan gerufen. Am lautesten schreien natürlich die „Evangelisten“ – die Verfechter des agilen Ansatzes, diejenigen, die eine Weltanschauung neben der ihren nicht akzeptieren wollen. Sie werfen der Gartner Group vor allem vor, dass sie mit dieser Theorie den Entscheidern und Führungskräften der IT-Abteilungen nur eine Ausrede liefern, den traditionellen Ansatz beibehalten zu können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Dies kommt quasi einer Entschuldigung gleich, dass die CIOs es nicht geschafft haben ihre IT-Abteilungen agil auszurichten.

 

Meine Meinung dazu

Nach über 15 Jahren in der IT – mit einer klassischen Projektmanagement-Ausbildung, mit einer agilen Ausbildung, und vor allem aber mit der Erfahrung von vielen Projekten (in der Rolle des Entwicklers, des Analytikers, des Projektleiters, des Produkt Managers und Scrum Masters) – verstehe ich beide Welten. Ich habe Unternehmen gesehen, die diesen Sprung von der traditionellen IT zur agilen IT einfach nicht geschafft haben. Zumindest nicht von heute auf morgen. Das betrifft gerade sehr große Unternehmen, mit großen IT-Landschaften und heterogenen Systemlandschaften. Hier habe ich viele Organisationen scheitern sehen. Aber auch kleine bis mittlere Unternehmen schaffen den Sprung nicht. Vor allem dann, wenn die Bedeutung von IT nicht richtig eingeschätzt wird. Nun wäre es einfach zu sagen: „Na die haben den agilen Ansatz nicht verstanden und sind deswegen gescheitert“ – und ich muss zugeben, dass da sicher einige dabei waren. ABER: Fakt ist, dass man für all diese Unternehmen, die scheitern, etwas anbieten muss. Man muss ihnen eine Perspektive bieten, einen Weg vorzeichnen.

Fakt ist auch, dass die Änderung im Vorgehensmodell nicht zum Selbstzweck erfolgen darf. „The business makes the money!“ Läuft das Geschäft, verdiene ich gutes Geld, sind meine Anwendungen stabil und meine Fachabteilungen zufrieden – warum sollte ich dann mein Vorgehen ändern? Warum sollte ich dann beispielsweise von einem traditionellen zu einem agilen Ansatz wechseln?

 

Der Ansatz von ANECON

Einleitend habe ich erwähnt, dass der Ausdruck „Bimodale IT“ neu für mich und neu für ANECON war. Allerdings nur der Ausdruck, denn die Situationen bei unseren Kunden kennen wir genau! Wir haben die großen Kunden, welche wir scheitern gesehen haben. Wir haben die kleineren, dynamischeren Unternehmen als Kunden, die Agilität leben. Und wir haben Kunden, bei denen beides parallel läuft.

Dieser Umstand bringt es mit sich, dass wir sowohl als Sparringpartner als auch als Trouble Shooter in den letzten Jahren viel Erfahrung gesammelt haben. Wir sind zum Entschluss gekommen, dass der erste Schritt in einem Unternehmen immer die Frage nach dem richtigen Ansatz sein muss. Was passt denn zu mir? Traditionell, Agil, Mischform? Alle Projekte agil oder nur ein paar? Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten, aber ANECON hat ein System entwickelt, das Unternehmen optimal unterstützen kann. Dieses System besteht aus 4 wesentlichen Eckpunkten:

  1. Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit
  2. Aus den Antworten werden Maßnahmen abgeleitet und diese fließen in den Veränderungsprozess ein
  3. Der Veränderungsprozess in einem Tempo, der für den Kunden zuträglich ist
  4. Die operative Unterstützung während des Veränderungsprozesses

Wir möchten nicht Ihre gesamte IT umstellen. Aber vielleicht kann man hier und dort etwas optimieren. Eine individuelle und maßgeschneiderte Beratung ist uns wichtig und dazu gehört auch die Betrachtung ob traditionell, agil oder eben beides am besten zu Ihnen passt.

 

Ist die Bimodale IT nun die Lösung?

Traditionell, Agil, Bimodal oder vielleicht „Multimodal“ – ich denke es gibt auch hier kein Richtig oder Falsch. Was mir an Bimodal gefällt ist, dass es endlich ein Wort dafür gibt, das die Ambivalenz in der Branche beschreibt. Es regt zum Nachdenken an und es gibt den CIOs dieser Welt eine Perspektive – eine „neue“ Sicht auf den Veränderungsprozess, der auf alle Fälle notwendig ist! Die Welt verändert sich, die Unternehmen verändern sich und die IT muss sich verändern.

Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben, dann besuchen Sie unser ANECON Expertenfrühstück am 22. April 2015 in Wien. Es erwartet Sie ein spannender Vormittag. Hier geht es zu mehr Infos und zur Anmeldung!

 

Weiterführende Artikel:
Die 5-teilige Blogreihe: Reise zur bimodalen IT

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