Karriere / Software-Test

Berufspraktikum: Softwaretest und Barrierefreiheit

Softwaretest – was ist das überhaupt?

Eine Software zu erstellen ist das eine – die Qualität dieser sicherzustellen, ist etwas anderes. Die Qualität einer Software kann vielfältig gemessen werden – ein paar Beispiele:

  • Wurde die richtige Funktionalität umgesetzt?
  • Steht der gesamte Funktionsumfang auf verschiedenen Endgeräten zur Verfügung?
  • Sind keine Fehler mehr vorhanden?
  • Kann die jeweilige Zielgruppe die Applikation bedienen?
  • Wurden gesetzliche bzw. branchenübliche Vorgaben eingehalten?
  • Ist die Reaktionszeit bei Eingaben akzeptabel?

Die Beispiele zeigen, dass der Softwaretest sehr vielfältig und abwechslungsreich ist. Die Software soll natürlich einerseits funktionieren – nämlich richtig funktionieren – und muss andererseits auch bedienbar sein. Denn auch die beste Software ist nicht zu gebrauchen, wenn die Anwender diese nicht benutzen können. Genau das konnte ich bei meinem Berufspraktikum erleben.

Mein Name ist Judith und ich studiere Medientechnik an der FH St. Pölten. Von März bis August 2016 habe ich ein Berufspraktikum, im Rahmen meines Bachelorstudiums, bei ANECON im Bereich Softwaretest absolviert.

 

Berufspraktikum Softwaretest_Barrierefreiheit in der IT

Schwerpunkt des Berufpraktikums: Barrierefreiheit in der IT

 

Barrierefreiheit in der IT – Praktikum und Bachelorarbeit kombinieren

Mein großes Interesse gilt der Barrierefreiheit in der IT. Da ANECON ein Angebot mit diesem Schwerpunkt entwickeln will, war mein Hauptaufgabengebiet rasch klar. Ziel war die Entwicklung eines Leitfadens für Kollegen in der Analyse, Entwicklung und im Test.

  • Welche Anforderungen an Barrierefreiheit gibt es?
  • Wie werden diese am besten umgesetzt?
  • Wie kann ich sicherstellen, dass die Anforderungen korrekt und ausreichend umgesetzt wurden?

In einem ersten Schritt sammelte ich das bereits vorhandene Wissen über Barrierefreiheit in der Firma. Dafür besuchte ich alle relevanten Projekte, um mit den Kollegen vor Ort zu sprechen und auch deren Herausforderungen zu erleben.

Danach bereitete ich die gesammelten Informationen auf unserem neuen SharePoint auf. Somit steht die Information für alle Mitarbeiter des Unternehmens zur Verfügung und kann auch laufend aktualisiert bzw. ergänzt werden.

Dabei konnte ich dieses Thema mit meiner Bachelorarbeit verbinden. Im Zuge meines Schreibens, habe ich einen Leitfaden für den Einsatz von Barrierefreiheit in Projekten von webbasierten Anwendungen erarbeitet.

Gemeinsam mit einem Kollegen durfte ich einen firmeninternen Workshop unter dem Thema Barrierefreiheit gestalten und abhalten. Das Format dieser Workshops heißt A-Academy und dient zur Wissensweitergabe unter Kollegen – quer durch das gesamte Unternehmen.

Neben den Basisinformationen, war es uns in diesem Workshop sehr wichtig den Teilnehmern, anhand von Beispielen, ein Gefühl zu geben, wie sich Barrieren in einer digitalen Welt anfühlen. Ich habe mich sehr über das sehr positive Feedback der Teilnehmer gefreut.

A-Academy: Workshop zum Thema Barrierefreiheit

A-Academy: Interessierte Kollegen beim Workshop zu Barrierefreiheit (rechts im Bild: Judith Tscherny)

 

Start in den Softwaretest

Neben meinem Hauptthema Barrierefreiheit, durfte ich auch andere Seiten des Softwaretests kennenlernen. Ich führte mit Kollegen Retests der firmeneigenen Webseite durch und protokollierte Fehler, die wir im Anschluss mit dem Entwicklungsteam besprachen sowie priorisierten. Ich durfte bei Vorbereitungen für andere Projekte mithelfen. Das meiste jedoch lernte ich in Gesprächen mit meinen Kollegen, die über ihre Arbeit sprachen.

Ich fühlte mich bei ANECON sofort willkommen. Praktikanten werden als gleichwertige Mitarbeiter betrachtet und auch direkt in die Projekte mit einbezogen. Für mich am Anfang sehr ungewohnt, aber für das Arbeitsklima von Vorteil, ist das grundsätzliche per du. Da ich es noch von Schule und FH gewohnt war und es die übliche Konvention ist, Respektspersonen und Vorgesetze mit „Sie“ anzureden, fiel es mir zuerst schwer alle zu duzen. Daher gestaltete ich meine Sätze so, dass ich keine Fürwörter benutzen musste. Doch ich merkte sehr rasch, dass diese Offenheit ehrlich ist und das „Du“ eine lockere und angenehmere Kommunikation ermöglicht.

 

Apropos Kommunikation

Bei ANECON gibt es eine Reihe von Mitarbeiterveranstaltungen. Für alle neuen Mitarbeiter wird ein Welcome Day veranstaltet, um besser in der Firma anzukommen. Jeden Monat wird ein AYCM (All You Can Meet) veranstaltet, bei dem diverse Themen besprochen, Projekte vorgestellt werden und man sich mit Kollegen austauschen kann.

 

Schwerpunkt Weiterbildung

Mein Eindruck ist, dass die Firma ANECON generell ein besonderes Augenmerk auf ihre Mitarbeiter legt und auch um deren Weiterbildung bemüht ist. So habe auch ich an einem zweitägigen Kommunikationstraining teilnehmen dürfen. Weiters habe ich die Möglichkeit bekommen an dem ISTQB® Foundation Level Training teilzunehmen, um mich als Software Tester zertifizieren zu lassen.

Als quasi Bonus, durfte ich nach meinem Berufspraktikum an einer Konferenz teilnehmen und gemeinsam mit meiner Vorgesetzen Renate Weichselbraun einen Vortrag über Barrierefreiheit halten.

Das Arbeitszeitenmodell basiert auf Gleitzeit und ermöglichte mir dadurch eine sehr gute Zeiteinteilung. Ich konnte sehr selbstständig arbeiten und mir meine Arbeit frei einteilen. Für mich war auch sehr angenehm, dass es vereinzelt und in Abstimmung die Möglichkeit des Homeoffice gab.

So viele Vorteile, doch um ehrlich zu sein musste ich auch wie in jedem anderen Praktikum typische Routinetätigkeiten machen: PowerPoint Folien erstellen. Jedoch gehören auch diese Arbeiten erledigt. Ich fand es nicht schlecht Folien zu erstellen, man hatte dadurch Abwechslung in seinem Tun.

Alles in allem war ich extrem zufrieden mit meinem Berufspraktikum und wage sogar zu behaupten, dass ich mit ANECON einen echten Glücksgriff gemacht habe!

 

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2 Kommentare

  1. Sebastian Roggmann sagt:

    „Apropos Kommunikation
    Bei ANEON gibt es eine Reihe von Mitarbeiterveranstaltungen. …“

    Da hat sich wohl ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen 😉