Software-Test / Test Center

Der Annahmetest – Smoketest für Nichtraucher

Wer kennt ihn nicht; diesen Moment in dem es heißt: „Es wurde ein Update eingespielt. Mach doch mal einen Annahmetest.“ Da lässt sich der Softwaretester nicht zweimal bitten. Das Testset wird aufgerufen – ob nun im Testfallverwaltungstool oder die klassische Excel-Datei, die anschließend als Protokoll versendet wird. Die zuvor ausgesuchten Testfälle bilden einen Querschnitt der Hauptfunktionalitäten des Systems.

Detective

Primäre Aufgabe ist die Prüfung auf Systemabsturz oder offensichtliche Fehlerwirkungen. Einzelne Details hingegen werden nicht berücksichtigt. Der Annahmetest dient damit als Gradmesser, ob Testobjekte die notwendige Reife besitzen. Bei kurzen Iterationszyklen ist es sinnvoll, die Automatisierung der Testfälle in Betracht zu ziehen.

Vom Ergebnis dieses Blackbox-Tests hängt auch der weitere Verlauf des Projektes ab. Wird der Korridor der Fehlertoleranz eingehalten, kann mit den geplanten Tests fortgefahren werden. Tritt jedoch das angestrebte Sollverhalten nicht ein, wird keine Freigabe für die weiteren Testaktivitäten ausgesprochen. In dieser Phase ist es auch nicht sinnvoll mal „ein Auge zuzudrücken“. Hier ist es erforderlich, langfristig bzw. vorrausschauend zu denken. Der Annahmetest sollte daher von Testpersonal ausgeführt werden, das die Anwendung kennt und das Verhalten der Anwendung einschätzen kann. Die Vorbereitung beginnt daher bereits bei der Auswahl der relevanten Testfälle.

Unabhängig vom Ergebnis des Annahmetests sollte die Führungsebene des Projektes über Erfolg oder Misserfolg informiert werden. Wie bereits erwähnt, ist der Test zu protokollieren. Entdeckte Abweichungen werden im Fehlermanagementtool dokumentiert. An dieser Stelle kann man die Entwickler mit Screenshots, Logfiles oder gar einem Video des Testvorgehens erfreuen. Gibt’s schon ein Fehlerticket dafür, muss dessen Status angepasst werden. Eine Ergebnisübersicht ist den Projektverantwortlichen zur Verfügung zu stellen. Diese Auswertung dient als Basis für eine eventuelle Eskalation. Denn auch hier geht es, wen wundert es, ums Geld. Schlechte Qualität der gelieferten Software kann ein Projekt in Schieflage bringen. Zeitlicher Verzug und erhöhter sowie ungeplanter Aufwand belasten das Budget (die Nervenanstrengung der Projektbeteiligten lässt man lieber außen vor). Wenn dieses Verhalten bei jedem Softwareupdate auftritt, kann man sich leicht ausrechnen, welche Stimmung herrscht.

Als Softwaretester ist es stets eine Gratwanderung. Einerseits bringt es Freude hervor Fehler zu finden und die Frage der Daseinsberechtigung erübrigt sich. Andererseits besteht das Risiko, dass die Behebung der gefundenen Fehler mehr Zeit kostet und die Projektplanung gefährdet. Da so wenig wie möglich Fehler in der Software enthalten sein sollen, die für den Einsatz im Alltag konzipiert ist, erfordert es, Software zuvor zu testen. Der Annahmetest ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Übrigens: der Annahmetest, auch als Smoketest bezeichnet, kann auch von Nichtraucher durchgeführt werden 🙂

Passende Artikel

Kommentare gesperrt.