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Schöner Testen – 5 Tipps für Weltverbesserer

Wenn ich als Testmanagerin oder Test-Beraterin in ein neues Projekt komme, sehe ich oft Dinge, die meiner Erfahrung mit gutem Testen widersprechen. Nicht selten sind sich Unternehmen und Projektleiter vorhandener Schwächen bereits bewusst. Manchmal ist sogar schon ein Testvorgehen definiert, das jedoch von den Mitarbeitern nicht gelebt wird. Doch warum werden Verbesserungen nicht umgesetzt?

Tipps Softwaretest_Schöner Testen

Für Testprozessverbesserung bzw. die Einführung eines guten Testprozesses braucht es 3 Dinge:

  • Wissen über Softwaretest
  • Managementunterstützung
  • Gute Mitarbeitereinbindung und „Testmarketing“

Ist die Managementunterstützung vorhanden und ein Testexperte an Bord, sind es oft die Mitarbeitereinbindung und die Information über das neue Thema, die mit ein paar neuen Word-Vorlagen und Schulungen abgetan werden. Dabei sind Akzeptanz und Unterstützung durch die Mitarbeiter eine Grundvoraussetzung für den Erfolg jedes Testprozesses. Wer sich eingehender mit dem Thema Veränderung in Unternehmen beschäftigt, findet bald einiges an Literatur zu den Themen „Organisatorischer Wandel“ und „Veränderungsmanagement“. Im kleineren Rahmen meiner Testprojekte helfen mir ein paar einfache Methoden.

1. Die Geschichte berücksichtigen

Jede IST-Situation hat eine Historie. Erscheint mir das bestehende Testvorgehen eines Unternehmens auf den ersten Blick ineffizient oder gar chaotisch, gehe ich immer davon aus, dass ich noch nicht verstanden habe, warum so gearbeitet wird. Gespräche mit den ‚alten Hasen‘ eines Unternehmens helfen mir, Tabus der Unternehmenskultur zu verstehen und welche Stärken und Schwächen die Mitarbeiter selbst in ihrem Testvorgehen sehen. Dann kann ich immer noch entscheiden, ob Tabus gegebenenfalls gebrochen werden müssen.

2. Ideen sähen

Nicht immer ist es notwendig, Verbesserungen in Form von Testhandbüchern und umfassenden neuen Testprozessen festzuschreiben. Manchmal reicht es, regelmäßig ein paar einfache Methoden oder Lösungen vorzuschlagen. Ideen, die zum Unternehmen und den Mitarbeitern passen, werden von Interessierten aufgegriffen und ausprobiert. Der Rest passt vielleicht einfach nicht.

3. Unterstützer suchen

In jedem Unternehmen gibt es motivierte Mitarbeiter, die besser werden wollen. Als Neue, noch dazu Externe, fehlt mir jedoch oft das Netzwerk, um Veränderungsideen richtig zu platzieren. Ich versuche daher die Unterstützung von Kollegen zu gewinnen, die bereits länger im Projekt oder Unternehmen sind und mir bei der Kontaktaufnahme zu wichtigen Stakeholdern helfen können.

4. Echte Probleme lösen

Das Definieren eines expliziten Pilotprojekts für neue Testtools oder Methoden kommt mir oft konstruiert und unverbindlich vor. Lieber ist es mir, Neues anhand eines bestehenden Projektes auszuprobieren. Gemeinsam mit einem positiv eingestellten Projektleiter kann ich dann versuchen, die tatsächlichen Herausforderungen des Projekts zu bewältigen. Im Extremfall kann das bedeuten, dass kaum Zeit für neue Methoden bleibt. Doch auch das ist für die Zukunft eine wichtige Erkenntnis.

 5. Transparenz schaffen

Undurchsichtige Aktivitäten sind immer verdächtig: Die geringe Akzeptanz vom Test im Projekt, aber auch schlechte Akzeptanz von Veränderungsmaßnahmen sind oft auf zu wenig oder gar falsche Informationen zurückzuführen. Aufwand, den ich mir für Testreporting, Testteammeetings und sonstige Informationsmaßnahmen nehme, ist daher gut investiert. So brauche ich später nicht gegen Gerüchte und Missstimmung ankämpfen.

Natürlich braucht es noch Einiges mehr für den perfekten Testprozess und dessen Akzeptanz. Doch jede umgesetzte Verbesserung ist ein Erfolg.

 

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