"Agile 2011 - the next sprint"
Retrospektive / Status Quo / Bestandsaufnahme
Video©Thomas Vecsei

Agile Softwareentwicklung ist seit mehr als zehn Jahren in aller Munde und eine ständig wachsende Anzahl an Organisationen hat sich diesem Ansatz verschrieben. Die bisherigen „Sprints in Richtung Agil“ scheinen von Erfolg gekrönt sein. Diesen Eindruck sowie den aktuellen Standort in Bezug auf „Agile“, die nächsten Schritte und noch ungeklärten Fragen die im Raum stehen, wurden gemeinsam mit über 50 Teilnehmern in spannenden Gruppendiskussionen, jeweils unter der Leitung von namhaften Vertretern der österreichischen „agilen“ Wirtschaft, verifiziert.
Die intensiven Gespräche zwischen den Experten aus Praxis, Beratung und Forschung führten zu zahlreichen Schlussfolgerungen über brandaktuelle Themen. Die Teilnehmer, die mit "Agile" durchwegs über umfangreiche Erfahrungen verfügen, konnten zahlreiche Herausforderungen identifizieren, welche vor allem aus organisatorischer Sicht bei der Einführung und Nutzung agiler Methoden zu berücksichtigen sind.
Ein besonderes Augenmerk galt den Rollen im Management, deren Aufgaben sich in einem agilen Umfeld weg von kontrollierenden Systemen hin zum Enablement selbstorganisierter Teams verlagert. Hier wird dem Faktor Vertrauen eine ebenso bedeutende Rolle wie einer gesteigerten Transparenz zugeschrieben. Zusätzlich ist der richtige wechselseitige Umgang mit Transparenz gefragt, damit ein offenes Klima zu nachhaltigen Verbesserungen führen kann. Dies erfordert ein zunehmendes Abweichen von rein plangetriebenen hin zu wertorientierten Prozessen und adaptiven Systemen.
Ein weiterer Dreh- und Angelpunkt beim 14. ANECON Expertenfrühstück war die Rolle des "Product Owners": Der Product Owner bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Stakeholdern und Teams und übernimmt dabei eine maßgeblich gestaltende Rolle, aber auch sehr viel Verantwortung. Die Diskussion führte über die Rollenanforderungen, die organisatorische Ausgestaltung und die Methoden, die sich in der Praxis bewähren. Den Herausforderungen steht jedoch auch eine verbesserte Kommunikation zwischen Kunden, Realisierungsteams und Management gegenüber.
Zusammengefasst führten die intensiven Gespräche und Beiträge dazu, dass Agilität in der IT als Chance für Projekte, letztlich aber auch für ganze Unternehmen, begriffen werden kann. Einige Themen bleiben in der praktischen Umsetzung zu vertiefen – die Gestaltung der passenden Organisation, die Klärung von Rollen und Aufgaben im Projekt, die Zusammenarbeit im cross-funktionalen Team bis zur Gestaltung von Schnitt- bzw. Nahtstellen zu Stakeholdern. Während der direkte Vergleich der Erfolgsträchtigkeit mit herkömmlichen Methoden nicht unmittelbar beantwortet werden konnte, deuten viele Indikatoren auf Zusatznutzen und Potentiale agiler Methoden hin.
Wir danken allen Gästen für ihr Interesse und ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Veranstaltung.
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